Kurze Beschreibung der Methode
Primäre und sekundäre Quellen
Theoretische und praktische Begründung
Darstellung der Methode
Beispiele
Reflexion der Methode
Praxiserfahrungen

5. Beispiele

5.1 Das Kinderparlament

Die Idee des Kinderparlamentes wurde zwar schon in einigen Städten umgesetzt (siehe sekundäre Quellen), jedoch mangelt es noch an einer breiteren Reflexion dieser Arbeit. Die Darstellung der konkreten Arbeit eines Kinderparlamentes an einer Grundschule findet sich im Methodenpool unter dem Stichwort Kinderparlament.
Das Prinzip des Kinderparlaments formuliert sich darin, Demokratie, Mitbestimmung und Verantwortung vor Ort unmittelbar zu erfahren und zu praktizieren. Auf diese Art und Weise werden Kinder in demokratische Prozesse integriert und selbsttätig. Demokratie soll  Kindern/Schülern nicht als abstrakter und entfernter Prozess vermittelt werden, der keine Anschlussfähigkeit an ihre eigene Lebenswirklichkeit aufweist, sondern in einem die Kinder/Schüler integrativ beteiligenden Prozess erfahrbar werden. Genau an diesem Punkt setzt die Idee wie auch die Durchführung des Kinderparlaments an: Die Kinder agieren innerhalb demokratisch strukturierter Prozesse eigenständig, selbstbestimmt und selbst­verant­wortlich. Beim Kinderparlament, seinen Handlungsvollzügen und Inhalten, handelt es sich nicht um spielerische und folgenlose Illusionen, sondern um die Möglichkeit der konkreten Verwirklichung demokratischer Prozesse, was konkrete Veränderungsmöglichkeiten einschließt. Daher impliziert die Verantwortung, die die teilnehmenden Kinder hierbei für ihre Handlungen übernehmen, dass sie auch die Konsequenzen, die aus ihrer Arbeit resultieren, erfahren. Dies ist von großer Bedeutung, da sich durch einen solchen ernsthaften Charakter des Kinderparlaments die Präsenz der Wertschätzung der eigenen Tätigkeit, der Wirksamkeit des eigenen Handelns sowie des Ernstgenommenwerdens der eigenen Persönlichkeit in besonderer Deutlichkeit entfaltet. In dieser Hinsicht zeigt sich die Relevanz, die Verantwortlichen (Sozialpädagogen, Fachbereichsleiter, Schulleiter usw.) für Tagesordnungs­punkte einzuladen und mit einzubeziehen.
Wie genau funktioniert nun ein Kinderparlament ? Die Idee des Kinderparlamentes kann auf unterschiedliche Weisen realisiert werden. In unserem Beitrag beziehen wir uns auf das Beispiel des Kinderparlamentes der Stadt Roderbruch. Hier trafen sich im Mai 1999 die Klassensprecher der Klassen 1 bis 4 erstmals zum Kinderparlament. Seit diesem Zeitpunkt sind diese Treffen zu einem festen Bestandteil des schulischen Geschehens geworden und finden in vierzehntägigen Abständen statt.
Zu Beginn eines Schuljahres werden die wichtigsten Themen festgelegt und innerhalb der Sitzungen die jeweiligen strittigen Fragen, Anträge usw. diskutiert und abgestimmt. Wenn zu bestimmten Themen so genannte Experten, d.h. Sozialpädagogen, Schulleitung, eingeladen worden sind, stehen diese für Fragen und Erklärungen zur Verfügung. Protokolle zu den jeweiligen Sitzungen werden am folgenden Tag ausgeteilt.

 

5.2 Streitschlichtung

Die Idee der Streitschlichtung wird bereits an einigen Schulen praktiziert. Konflikte selbst aufzuarbeiten und zu lösen, das stellt die Grundidee von Peer Mediation dar. Schülerinnen und Schüler kommen untereinander häufig unkomplizierter miteinander ins Gespräch, positionelle und hierarchische Rollenwahrnehmung können eingeschränkt werden. Vieles, was der Schüler nicht im Rahmen des üblichen Schüler-Lehrer Verhältnisses mitteilen und klären möchte, lässt sich in einer Gruppe von Gleichaltrigen einfacher thematisieren.
Konzepte der Mediation und Streitschlichtung durch die Schülerinnen und Schüler zielen darauf ab, dass die Beteiligten selbst lernen können, ihre Beziehungen zueinander zu klären und einvernehmliche Lösungen zu entwickeln.
Hinsichtlich der Realisierung dieser Prozesse sind einige Aspekte von Bedeutung. So sollten Zeiteinheiten, welche dafür notwendig sind, zur Verfügung gestellt werden. Die Lern­prozesse gehören zum Erziehungskonsens der Schule und sind mit ihren Intentionen und Entwicklungszielen als fester Bestandteil im Schulprogramm zu verankern. Sobald eine realistische Chance besteht, Konflikte von Schülerinnen und Schülern selbst zu lösen, sollte die Durchführung dieses Ansatzes auch angestrebt und versucht werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, wenn der Prozess der Streitschlichtung sowohl von Lehrerinnen und Lehrern als auch von Schülerinnen und Schüler begleitet wird. Die Erfahrungen der Beteiligten mit Prozessen und Ergebnissen sind immer wieder zu reflektieren, um Verbesserungen zu ermöglichen. Allerdings sollten solche Verbesserungsmöglichkeiten auch festgehalten und in vereinbarter Form kontrolliert werden, um Unverbindlichkeiten zu vermeiden. Schülerinnen und Schüler, welche die Rolle eines Streitschlichters einnehmen, sollten auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Ebenso sollte die Teilnahme an solchen Projekten auf einer freiwilligen Basis ablaufen und Beschlüsse sollten erst dann angenommen und umgesetzt werden, wenn sie Ausdruck des gemeinsamen Konsenses aller Teilnehmer sind (vgl. auch Palentien/ Hurrelmann 2003, 63ff.)
Hinweise zur konkreten Durchführung von Streitschlichtungen in Schulen finden sich unter:
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/uekontaktschulen/medio/Unterrichtspraxis/streit_01.htm
[Stand 29.01.2008]

Eine kurze Einführung gibt http://www.schulpsychologie.de/lehrer/duden.htm
[Stand 29.01.2008]